internet facts 2006-I

Ich möchte hier einmal ein Lob aussprechen: für den verantwortungsvollen Umgang mit Statistiken. Wahrlich meisterlich hat heute Web.de im Artikel “Silver Surfer dominieren das Web” demonstriert, wie man Alterskategorien richtig interpretiert.

[…] 57 Prozent, das heißt 37,2 Millionen Bundesbürger ab 14 Jahre sind online unterwegs.

[…]

8,36 Millionen der deutschen Internet-Nutzer sind älter als 50 Jahre, bei den 40 bis 49jährigen sind es 7,78 Millionen, bei den 30 bis 39jährigen 8,05 Millionen und bei den 20 bis 29Jährigen 6,91 Millionen.

Dann wollen wir mal sehen, was man mit diesen Zahlen noch anfangen kann:

  • Die 30 bis 49jährigen sind die dominante Gruppe mit 15,82 Millionen Internetnutzern.
  • Kinder sind im Netz mit 5,1 Millionen die Minderheit.
  • Mehr als 23 Millionen Surfer sind unter 50.
  • Sieh sich das einer an, die Gruppen sind anscheinend so aufgeteilt, dass man fast von einer Gleichverteilung sprechen kann.
  • Die über 20jährigen bilden mit ca. 86% den Löwenanteil der Surfer.
  • Senioren-Alarm!

Aber zum Glück hat VNU Business Publications GmbH das Copyright. Verantwortlich für die Statistik ist AGOF. Dort heisst es im Artikel “Die AGOF veröffentlicht zur OMD die internet facts 2006-I”:

Fasst man die Altersgruppen 50-59 Jahre, 60-69 Jahre oder 70 Jahre und älter zusammen, dann sind die so genannten Silver Surfer (50+ Jahre) mit 23,2 Prozent inzwischen auch im Internet die zahlenmäßig stärkste Altersgruppe (8,36 Mio.) – ein Beleg mehr, dass sich die Strukturen der Onliner insgesamt weiterhin stringent denen der Gesamtbevölkerung annähern. Ihnen folgen die 30- bis 39-Jährigen (8,05 Mio.) mit 22,4 Prozent, die 40- bis 49-Jährigen (7,78 Mio.) mit 21,6 Prozent und die 20- bis 29-Jährigen mit 19,2 Prozent (6,91 Mio.).

Fasst man die Altersgruppen 50-59 Jahre, 60-69 Jahre oder 70 Jahre und älter zusammen? Lässt man’s bleiben, bilden die Kategorien “50 bis 59”, “60 bis 69” und “70+” die wohl kleinsten Gruppen im Internet. Aber warum auch nicht, ab 50 ist’s ja eh’ fast vorbei…
Und wenn man sich fragt, was die AGOF überhaupt ist:

Die AGOF

Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung wurde im Dezember 2002 gegründet. Aufgabe und Zweck der AGOF ist es, unabhängig von Individualinteressen, für Transparenz und pra­xisnahe Standards in der Internet- und Online-Werbeträger­forschung zu sorgen. Ziel ist es, die neue einheitliche Reichweitenwährung als Basis für die Online-Mediaplanung im Markt zu etablieren.

Mist…! Mir fehlt noch “Ressourcen”!

Quelle:

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1 Response to internet facts 2006-I

  1. nandi says:

    Es bleibt in der Tat zu hoffen, dass die AGOF entweder ihr selbstgestecktes Ziel verfehlt oder zumindest vorher noch einiges lernt. (Und ich meine EINIGES!)
    Sonst sieht es wohl dunkel aus für alle Menschen, die auf Basis der “Einheitswährung” argumentieren möchten.
    Nach wie vor gilt folgende logische Schlussregel:
    Aus Falschem folgt Beliebiges.

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