Journalisten sind Ver… verschwiegen

BILD.de berichtet am 20.8.06:

Interessant auch der Vergleich von Download-Zahlen und Kinobesuchern am Eröffnungswochenende. Beim Film „Das Omen“ liegen die Downloads aus dem Internet am Startwochenende bei 82.187. Nur 135.225 Besucher sahen den Film im Kino. Gerade mal 65 Prozent mehr…

Aber wieviele Menschen haben jetzt beides getan, runtergeladen und waren im Kino? Spricht die Filmindustrie bei diesen Personen auch von Verlusten? Wieviele von den Downloads waren in Deutschland? Waren Fakes dabei? Wurde nur das Remake beachtet oder auch das Original mitgezählt? Wie sehen Download- und Besucherzahlen jetzt (elf Wochen nach dem Startwochenende) aus? Fragen über Fragen. Aber das ist ja eigentlich gar nicht so wichtig. Zumindest statistisch…

Bei den Downloads handelt es sich laut Presseportal um BitTorrent-Downloads. Und weiter heißt es in dem von Bild.de fast 1:1 übernommenem Presseportal-Textausschnitt:

Den Film “Ice Age 2 – Jetzt taut’s” besuchten am ersten Wochenende 2.395.588 Personen, zusätzlich wurde er 121.894 Mal via BitTorrent illegal downgeloadet.

Aber das unterstreicht ja nicht gerade den großen Verlust, den die Filmindustrie erleidet. Und vor allem nicht die Dringlichkeit für ein weiteres Vorgehen gegen “Raubkopierer”.

Laut Filmstarts.de liegen die Besucherzahlen inzwischen bei 349.236 in Deutschland. Internationale Einspielergebnisse kann man bei IMDB und Insidekino.de (auf Platz 33) sehen.

Interessant auch die Recherchierfreudigkeit des Bild.de-Mitarbeiters…

Nachtrag:

Und mal ganz nebenbei zur Wortwahl Raubkopierer”:

§ 249 StGB: Raub (1)

(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

Quellen:

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1 Response to Journalisten sind Ver… verschwiegen

  1. shiva says:

    Freiwillige Gegendarstellung:
    Natürlich ist der Bild.de-Mitarbeiter recherchierfreudig. Wahrscheinlich waren die 60 Minuten Mehraufwand, die ich betreiben musste, bei der stundenlangen Recherche einen Artikel beim Presseportal zu finden, einfach nicht mehr zuzumuten. Die Seite der dpa-Tochter “news aktuell” ist ja schliesslich bei Google mit der Anfrage “Presse” erst auf Platz 17 zu finden. Aber für die Zukunft kann er sich ja den angebotenen RSS Feed einrichten. Oder das individuelle ots.email – Abo zusenden lassen.

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